Das Duell ist so alt wie der Baumarkt selbst, und es wird fast immer mit dem Literpreis entschieden. 2,40 € gegen 4,40 € — die Sache scheint klar.
Sie ist es nicht, und der Grund dafür ist der dritte Anstrich.
Der Aufbau
Zwei baugleiche Räume in derselben Wohnung, jeweils rund 40 m² Wandfläche, alte Raufaser, zuvor in einem mittleren Grau gestrichen. Unter jede Fläche kam ein grauer Kontraststreifen in RAL 7037, damit man Deckkraft sehen und nicht schätzen muss. Gestrichen wurde am selben Tag, mit derselben Walze (STORCH Wandwalze Profi, 25 cm), bei 20 °C.
Was passierte
Nach dem ersten Anstrich war der Unterschied so groß, dass er niemanden mehr überraschte, der schon einmal beides in der Hand hatte. Beim Baumarkt-Weiß zeichnete sich der Kontraststreifen vollständig durch, beim Malerit war er nur noch zu erahnen.
Nach dem zweiten Anstrich war die Profifläche fertig. Die Baumarktfläche war es nicht — der Streifen blieb als schwacher Schatten stehen, sichtbar bei Tageslicht und deutlich bei Streiflicht. Der dritte Anstrich war keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Damit kippte die Rechnung. Für 40 m² in drei Anstrichen brauchte die Baumarktfarbe rund 7 Liter — 16,80 €. Das Malerit brauchte für zwei Anstriche rund 5 Liter — 22,00 €. Auf den Quadratmeter gerechnet: 42 Cent gegen 55 Cent.
Der Baumarkt gewinnt also? Auf dem Papier ja, um 13 Cent pro Quadratmeter. Wer allerdings die zweieinhalb Stunden Mehrarbeit für den dritten Anstrich mit irgendetwas bewertet, kommt zu einem anderen Ergebnis.
Wo der Profi wirklich gewinnt
Nicht beim Preis, sondern beim Verhalten. Die Baumarktfarbe spritzte so stark, dass die Abdeckfolie nach dem ersten Raum flächig benetzt war; beim Malerit ließen sich die Spritzer auf einem Quadratmeter Folie zählen. Sie zog außerdem deutlich schneller an — auf einer vier Meter langen Wand war der Ansatz sichtbar, wenn man zwischendurch die Rolle nachgeladen hat.
Das ist der Unterschied, der sich nicht in Zahlen ausdrücken lässt, aber in der Wand steht.
Der ehrliche Haken
Man muss 12,5 Liter kaufen. Für einen Raum ist das mehr als das Doppelte des Bedarfs, und 7,5 Liter Weiß im Keller sind kein Gewinn, wenn man in zwei Jahren auszieht.
Die Profifarbe ist deshalb die richtige Wahl für ganze Wohnungen, für Vermieter, für Menschen, die alle drei Jahre etwas streichen. Für das eine Zimmer vor der Übergabe ist sie zu viel Eimer.
Was wir daraus mitnehmen
Der Satz „Profimaterial ist teurer” hält diesem Duell nicht stand. Pro Liter stimmt er, pro fertigem Quadratmeter fast nie. Was Profimaterial wirklich teurer macht, ist die Gebindegröße und der Weg zum Fachhandel — nicht das Material.
Genau darum geht es auf diesem Portal.