Bei kaum einem Produkt ist die Versuchung so groß wie hier. Klebeband ist Klebeband, es kommt danach sowieso in den Müll, und der Unterschied zwischen zwei und zehn Euro sieht nach reinem Markenaufschlag aus.
Wir haben zehn Meter Kante zwischen Wand und Decke mit beiden Bändern geklebt, mit derselben Farbe gestrichen und die Kante anschließend unter zehnfacher Vergrößerung abgefahren.
Neun gegen null
Beim Baumarktband lief an neun Stellen Farbe unter die Kante — nicht dramatisch, meist ein bis drei Millimeter, aber sichtbar, sobald man weiß, wo man hinschauen muss. Beim tesa-Band: keine einzige Stelle.
Der Grund liegt im Aufbau. Das billige Krepp hat ein dickeres, gröber gefasertes Papier und eine weichere Klebschicht. Beides vergrößert die mikroskopischen Kanäle, die zwischen Band und Wandstruktur offen bleiben.
Der zweite Test: Zeit
Nach 30 Minuten ließen sich beide Bänder sauber abziehen. Nach 14 Tagen nicht mehr: Das Baumarktband hinterließ an sieben von zehn Metern Kleberreste, die sich nur mit Reiniger entfernen ließen. Das Precision Mask ging ab, als hätte man es am Vortag geklebt.
Das ist relevanter, als es klingt. Kaum eine private Renovierung geht in einem Rutsch durch — zwischen Abkleben und Abziehen liegt oft ein ganzes Wochenende plus die Woche, in der man nicht dazu kam.
Was das Duell nicht sagt
Es gibt einen Einsatzzweck, für den das billige Band eindeutig die richtige Wahl ist: Folie am Boden festkleben, Steckdosen abdecken, Kabel bündeln. Dort spielt die Kante keine Rolle, und dort verbraucht man die meisten Meter.
Die vernünftige Lösung ist deshalb nicht „das teure Band für alles”, sondern beides: eine Rolle gutes Band für die Kanten, die man später sieht, und eine billige für alles andere.
Die Rechnung
Ein durchschnittliches Zimmer hat rund 16 laufende Meter sichtbare Kante — Decke, Sockelleiste, Fensterlaibung. Der Aufpreis für gutes Band auf dieser Strecke beträgt 2,56 €.
Das ist der Preis dafür, dass man beim Abziehen nicht mit einem Wattestäbchen an der Deckenkante steht.